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600 Jahre Gedächtniskultur


2009 konnten das Stadtarchiv Luzern und das Staatsarchiv Luzern auf mindestens 600 Jahre Gedächtniskultur zurückblicken: Im Ratsprotokoll von 1409 findet sich der erste ausdrückliche Hinweis auf eine archivische Tätigkeit in der Luzerner Verwaltung.


Stadt- und Staatsarchiv waren bis 1803, als Aufgaben und Vermögen zwischen Stadt und Kanton Luzern aufgeteilt wurden, identisch. Deshalb feiern beide Institutionen den Jubiläumsanlass gemeinsam – nicht einfach mit einer Festschrift oder einer Party für sich selber. Das ganze Jahr hindurch soll Luzern Geschichten aus seinen Archiven begegnen und damit erleben, dass Archive nie einfach für sich selbst da sind, sondern dass sie immer irgendwo dazugehören: zum Staat, zur Gemeinde, zu einer Firma, zu einem Verein oder sonst zu einer Institution. Archive sind deren institutionalisierte Gedächtnisse und leisten ihren unverzichtbaren Beitrag, sei es zur Rechtssicherheit oder zum künftigen Verständnis vergangener Entwicklungen.


Dass wir mit dem Archiv-Jubiläum während des ganzen Jahres präsent sein können, ermöglicht uns die Zusammenarbeit mit dem Kulturmagazin. Zehn Autorinnen und Autoren des Kulturmagazins werden sich im laufenden Jahr von unseren Beständen inspirieren lassen und ihre Eindrücke zu Texten oder vielleicht auch Gedichten, Collagen oder sonst wie umsetzen. Wir sind gespannt darauf, was Nicht-Archivare aus diesen Quellen machen, und wünschen Ihnen und uns eine spannende Auseinandersetzung der Luzerner Gegenwartskultur mit der Luzerner Gedächtniskultur.



Ein staatliches Archiv ist in Luzern seit 1409 schriftlich belegt. Dieser Eintrag im Ratsprotokoll (StALU RP 2, fol 61v) zeigt einen Hinweis (das Symbol mit den 2 Kreisen) auf eine Schachtel oder Schublade, die Urkunden enthält und mit diesem Symbol kenntlich gemacht wurde.


"Item nota quod omnes littere in hoc folio signate sunt invente ut scriptum in principio folii et reposite sunt in scrinio signo tali O-O."



Das Jubiläum wurde vom Kulturmagazin mit einer zehnteiligen Serie gewürdigt: Längst vergessene, aber dokumentierte Geschehnisse, die im Bauch des Archivs still vor sich hindämmern und von der Redaktion jetzt wieder ans Licht gebracht werden. Sie finden die Geschichten in unserem Schaufenster.


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